Die TVM-Open, die erstmalig in Troisdorf als ITF-Turnier ausgetragen wurden, endeten gestern vor einer beeindruckenden Kulisse mit einem verdienten Sieger: Kacper Zuk aus Polen, der eine Woche Tennis auf höchstem Niveau zeigte. Zuk spielte sich dabei zunächst durch die Qualifikation und anschließend ohne Satzverlust direkt bis ins Finale, wo er auf den Belgier Jeroen Vanneste traf, der im Viertelfinale den an Nummer eins gesetzten Netuschil mit 7-6 (2) 6-3 nach Hause schickte.
Im Finale war es im ersten Satz ein offener Schlagabtausch, den Zuk knapp mit 7-5 für sich entschied. Im zweiten Satz hatte er seinen Gegner unter Kontrolle und bei 5-1 einen Championship-Point, den er souverän verwandelte. Das war Tennis – technisch präzise, kraftvoll und kompromisslos.
Zuk bei der anschließenden Siegerehrung: „Ich möchte in die Top 10 der Welt!“ So wie er sich diese Woche spielerisch präsentiert hat, traut man ihm in der Tat noch viel mehr zu und so sympathisch er sich auf und neben dem Platz gibt, wünscht man ihm sehr, dass er seine Ziele auch erreicht.

Solche Typen braucht die Tour!

Im Doppel war mit Andreas Mies die aktuelle Nummer 52 der ATP-Doppel-Rangliste am Start. Gemeinsam mit Mike Doering erhielt er eine Wildcard und das rein deutsche Duo startete mit einem 6-0 6-4 in das Turnier, wo sie sich am gestrigen Endspieltag im Finale dem Deutschen Christoph Negritu, sowie dem Rumänen Patrick Grigoriu stellen mussten. Mies und Doering hatten im dritten Satz bei 10:9 einen Matchball, jedoch verwandelten Negritu und Grigoriu den Championship-Point zum 12-10.
Unter den Augen der zahlreichen Zuschauer, sowie den Vertretern der anwesenden Sponsoren und Organisatoren, stellte Turnierdirektor den Doppelgewinnern bei der Siegerehrung eine Frage, die berührend ehrlich beantwortet wurde:

Marc Raffel: „Viele der Zuschauer und Fans stellen sich das Leben eines ITF-Tennis-Profis sehr toll vor, mit vielen Reisen und all dem was dazu gehört. Ist es wirklich so, wie man es sich vorstellt?“ 

Chrisoph Nigritu: „Es ist ein harter Weg nach oben, ständig auf der Suche nach einem noch günstigeren Hotel. Letzte Woche haben wir ein Finale vor vier Zuschauern gespielt, aber solche Momente wie hier bei diesem Turnier entschädigen für all diese Dinge und das ist der Grund, warum wir für unseren Traum spielen!“

Tolle Jungs, wie all ihre Arbeitskollegen, die uns diese Woche mit ihrer Art und ihrem Können begeistert haben! Und es ist schön, dass die entspannte und zugleich sehr professionelle Atmosphäre etwas dazu beitragen konnte, dass sie sich wohl gefühlt haben.

So war es dann auch kein Wunder, dass auch die Veranstalter, Sponsoren, Teilnehmer, Zuschauer, der austragende Verein und die vielen, vielen weiteren Menschen die an dem Event beteiligt waren, sich mehr als zufrieden zeigten. Es war so ein schönes Turnier. Schade, dass es nun vorbei ist, aber es gab viele positive Zeichen dafür, dass es bald heißen kann: „Spitzentennis in Troisdorf – TVM-Open 2020“!